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Zwillinge stillen

Zwillinge stillen – Tipps & Tricks


Die Nachricht "Sie bekommen Zwillinge" kann erstmal ein Schock sein. Die Geburt von Zwillingen bedeutet aber auch: Glück im Doppelpack. Dir schweben wahrscheinlich schon vor der Geburt hunderte Fragen zum Thema Zwillinge im Kopf. Wir haben dir hier die wichtigsten Fragen zum Stillen von Mehrlingen zusammengestellt und hoffen, dass wir einige deiner Bedenken beantworten können.

Gerade am Anfang benötigst du zum Stillen von Babys eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen. Aber keine Angst, das wird besser. Ganz wichtig ist, dass deine Erwartungen erstmal nicht zu hoch sind und du gerne Hilfe annimmst egal ob vom Partner, Familienmitgliedern oder der Hebamme. Ansonsten ist das Frustrationslevel oftmals hoch.

Schon vor der Geburt kannst du erste Vorbereitung treffen, um dich aufs Stillen einzustellen. Es gibt fast überall Stillgruppen und Vorbereitungskurse, um sich Tipps zu holen. Außerdem werden in Kliniken oftmals Infoabende zum Leben mit Mehrlingen angeboten. Persönliche Infos von anderen Familien sind oftmals besonders wertvoll.

Sollte ich die Zwillinge gleichzeitig oder einzeln stillen?


Gerade kurz nach der Geburt kann es noch einfacher sein, die Kinder nacheinander zu stillen. So kannst du das Trinkverhalten beider Babys kennenlernen und dich intensiver kümmern. In den ersten Tagen kann es gut sein, dass das Kind von der Brustwarze abrutscht und sich verschluckt. Beim Stillen nur eines Babys kannst du das Kind in Ruhe wieder richtig anlegen.

Ein Vorteil des gemeinsamen Stillens ist, dass es für dich weniger anstrengend und zeitaufwendig ist als nacheinander. Zudem kann das kräftigere Baby den Futterneid des Geschwisterkindes auslösen, sodass dieses auch mehr trinkt und kräftiger wird. Gleichzeitiges Stillen kann deinen Alltag enorm erleichtern: Wenn die Babys gemeinsam trinken, werden sie möglicherweise auch zur gleichen Zeit müde und du hast etwas Zeit, um den Haushalt zu erledigen oder dich auszuruhen.

Nachdem das Stillen beider Kinder schon zur Normalität geworden ist, solltest du darauf achten, dass die beiden nicht immer auf einer Seite trinken, damit sie keine Seitenvorliebe entwickeln.

Bei Problemen denk immer daran: Es wird besser werden! Auch die Babys müssen sich erst an das Stillen gewöhnen. Es wird mit der Zeit weniger zeitaufwendig und anstrengend. Wende dich auch an Familienmitglieder, Freunde oder deine Hebamme und bitte um Hilfe. Sei nicht zu hart zu dir selbst und suche dir emotionale Unterstützung.

Letztlich gilt, dass jede Mutter und jedes Zwillingspaar unterschiedlich sind und ausprobieren der einfachste Weg zur Lösung ist.

Wie häufig muss ich meine Zwillinge stillen?


Du musst keine Angst haben, dass du nicht genügend Milch produzierst. Die Natur hat eigentlich vorgesehen, dass die Mutter ihre Kinder ohne Zusätze versorgen kann. Gerade bei Zwillingen gilt die Regel: Die Nachfrage regelt das Angebot. Je häufiger du stillst, desto mehr Milch wird gebildet. Dein Körper wird sich auf den Milchwunsch deiner Kinder einstellen und genügend Milch produzieren.

Um die Milchproduktion anfangs gut anzuregen, solltest du die Babys bis zu zwölfmal am Tag stillen. Wenn sich alle Beteiligten an das Stillen gewöhnt haben, reichen sechs bis acht Mahlzeiten innerhalb eines Tages. Wenn die Kinder häufiger hungrig sind, da sie gerade wachsen, sollte natürlich öfter gestillt werden.

Welche Positionen eignen sich am besten?


Gerade am Anfang wirst du noch Hilfe benötigen, um die Babys perfekt an dir auszurichten. Ihr werdet schnell herausfinden, welche Position in deiner Situation am besten funktioniert. Jede Mutter muss selbst entscheiden, welche Position für sie und ihre Babys am erfolgreichsten ist. Bei allen Positionen ist es wichtig, dass die Kinder gut gestützt werden. Dies ist mit einem Stillkissen problemlos möglich.

Hier siehst du einige Anregungen, wie du die Zwillinge auf dich legen kannst. Deine Hebamme hat bestimmt auch noch einige Tipps für dich.

Welches Stillkissen ist das Passende für uns?


Besonders wichtig ist es beim Stillen, dass du bequem sitzt und nicht verspannst. Beide Babys sollten die Brust gut erreichen können, ohne dass du ungemütlich liegst und möglicherweise Rückenschmerzen bekommst. Ein Stillkissen bietet eine optimale Händefreiheit, um die Kinder gut unterstützen zu können. Nach etwas Übung kannst du mit deinen Händen sogar selbst etwas trinken oder die Fernbedienung in der Hand halten.

Um deine beiden Kinder perfekt zu stillen, benötigst du ein Kissen, das genügend Halt bietet und nicht zu kurz ist. Das HOBEA Stillkissen bietet genügend Stabilität. Es ist aus einem stabilen und gleichzeitig weichen Material (silikonisierte Polyster-Hohlfasern), sodass deine Rückenpartie während des Stillens gestützt wird. Durch einen Holzknopf am Ende des Kissens kann es einfach umgelegt werden und es rutscht beim Stillen nicht weg. Auch schon vor der Geburt deiner Kinder kannst du es dir mit dem Stillkissen bequem machen und zum Beispiel zum Schlafen in der Schwangerschaft nutzen.

Beim Kauf eines Stillkissen solltest du darauf achten, dass die Qualität ansprechend ist, da das Kissen im Dauereinsatz sein wird. Ein Ersatzbezug macht Sinn, um die Hygiene im Blick zu behalten. 

Interview mit einer Zwillingsmama


Um dir noch bessere Einblicke in das Leben mit Zwillingen zu geben, haben wir mit Zwillingsmama Jessica gesprochen. Sie gibt noch einige Tipps aus erster Hand!


Liebe Jessica, stelle dich doch mal kurz vor.

Ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und seit Juni 2017 Zwillingsmama. Mit unserem Labradoodle leben wir in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Zurzeit bin ich in Elternzeit und genieße diese sehr.


Wann hast du entschieden zu Bloggen und welche Bedeutung hat das Bloggen mittlerweile für dich?

Ich habe mich kurz nach der Geburt der Twins dazu entschieden. Ich setze mich mit gezielten Themen auseinander und benutze den Blog, wie als Tagebuch. Nur, dass ich nicht meine einzelnen Tage niederschreibe.


Stillen - Ja oder Nein?


Stillen ist ein sensibles Thema. Die Entscheidung, ob man stillen möchte muss jede Mutter für sich selbst treffen. War für dich bereits in der Schwangerschaft klar, dass du Stillen möchtest?

Absolut. Und umso mehr mein Umfeld mir sagte, dass es schwer bis nicht möglich sei, umso mehr wollte ich es. Nach dem Motto: Jetzt erst recht! Ich kann aber auch Frauen verstehen, die es sich nicht vorstellen können.


Die Vorstellungen des ersten Stillerlebnis sind meist romantisch. Das Kind wird an die Brust der Mutter gelegt und ohne Probleme fängt das Baby an zu saugen – meist ist dies nur eine Wunschvorstellung. Wie war dein Stillstart? Gab es Komplikationen oder Probleme beim Stillen?

Genau so habe ich es mir vorgestellt. Doch bei meinem Kaiserschnitt in der 35. Woche wurden mir die Jungs nicht einmal gezeigt. Ich sah sie das erste Mal als sie schon 11 Stunden alt waren. Den ersten Stillversuch haben wir erst Tage später machen können. Zuerst war es wichtig, dass sie ohne Unterstützung atmen. Ich habe als Pumpmami gestartet. Doch die Milch reichte nicht von Anfang an und sie waren zu schwach um an der Brust zu trinken. Nach acht Wochen haben es wir über das Fläschchen zum Stillhütchen zum Vollstillen an der Brust geschafft.


Hattest du Ängste vor dem Stillen zum Beispiel, dass du zu wenig Milch für zwei Babys hast?

Nein, das hatte ich gar nicht. Ich war sehr zuversichtlich und hatte volles Vertrauen in mich. Das es am Anfang zu wenig war, hat mich schon verunsichert. Ich hatte jedoch eine tolle Hebamme an meiner Seite, die mich sehr unterstützt hat.


Tandemstillen - Wie funktioniert es mit zwei Kindern?


Der Begriff des „Tandemstillen“ ist im Zusammenhang mit „Stillen von Zwillingen“ bekannt. Es beschreibt das gleichzeitige Stillen von zwei Babys. Wie stillst du deine Zwillinge? Werden deine Babys gleichzeitig oder nacheinander gestillt?

Das ist ganz unterschiedlich. Zu Beginn habe ich nur einzeln gestillt und als wir uns in unseren Stillbeziehungen eingespielt hatten, habe ich begonnen Tandem zu stillen. Da ich nach Bedarf stille, wurde das Tandem stillen tagsüber und nachts weniger. Zum Einschlafen und am Morgen ist es jedoch beim Tandemstillen geblieben.


Zwei Babys gleichzeitig zu versorgen kostet sehr viel Zeit, Energie und Planung. Hast du eine Stillroutine entwickelt oder läuft das Stillen und Füttern immer unterschiedlich ab?

Gerade in den ersten Wochen, in Cluster – und Wachstumsphasen lebte ich auf unserem Sofa und die beiden auf mir. Wichtig war es, etwas zu Trinken und zu Essen in der Nähe zu haben. Auch das Smartphone war mir ein treuer Begleiter in dieser Zeit. Eine echte Stillroutine hatten wir nicht, in der Regel kamen sie alle 3 Stunden.


Praktische Hilfsmittel für's Stillen


Zum Stillen gibt es verschiedene Hilfsmittel, die das Stillen vereinfachen und angenehmer gestalten. Dazu zählt zum Beispiel auch ein Stillkissen. Welche Hilfsmittel kannst du empfehlen? Hast du selbst ein Zwillingsstillkissen verwendet?

Ich habe kein Zwillingsstillkissen gehabt. Mir reichte das Stillkissen für Zwillinge von euch. Besonders geholfen hat mir der Knopf, so verrutschte es nicht. Zu Beginn konnte ich Sofa Kissen unterlegen, um so größer die beiden wurden, umso weniger benötigten wir es. Seit sie ein halbes Jahr alt sind, stillen wir ohne Kissen. Als weiteres Hilfsmittel benötigten wir in den ersten 3-4 Wochen des Stillens ein Stillhütchen.


Die Geburt deiner Zwillinge ist jetzt fast 17 Monate her. Wie funktioniert jetzt das Stillen der Zwillinge und wie lange möchtest du noch stillen?

In Gedanken habe ich eigentlich schon vor Monaten abgestillt, aber die beiden sehen das anders. Wir stillen eigentlich nur noch zum Einschlafen, in der Nacht und nach dem Aufstehen. Es gibt aber auch heute noch Tage, da würden sie am liebsten den ganzen Tag an der Brust sein. Inzwischen klappt es zum Glück reibungslos. Ich würde gern in den nächsten Wochen/Monaten abstillen. Ich lasse es aber die Kinder entscheiden. Mit zwei Jahren sollte jedoch definitiv Schluss sein.


Eine Abschlussfrage: Was möchtest du werdenden Müttern und insbesondere Zwillingsmüttern gerne noch mit auf den Weg geben?

Vertraut euch und euren Kindern. Richtet es euch gemütlich zu Hause ein. Macht euch keinen Stress und genießt das Kennenlernen mit euren Kindern. Stillen kann funktionieren, aber es kostet Kraft. Gleichzeitig noch eine perfekte Hausfrau zu sein, wird erst mal nicht klappen. Nehmt Hilfe an. Und sollte das Stillen nicht klappen, grämt euch nicht. Stillen ist Liebe, Flasche geben aber auch!